In der Finanzabteilung fühlen sich alle gemobbt

Problemstellung

In der Finanzabteilung kommt es andauernd zu schwierigen Situationen: Kompetenzen werden in Frage gestellt, die Arbeitsverteilung und -menge wird kritisiert, es wird oft hinterm Rücken kommuniziert, Gerüchte tauchen aus dem Nichts auf, usw.. Jede/r fühlt sich von jedem gemobbt; der Umgang miteinander ist äußerst destruktiv.

Die neue Abteilungsleiterin erfährt wenig Akzeptanz bei den Mitarbeitenden und leidet unter der Situation. Die übergeordnete Leitung möchte einen anderen Umgang und eine möglichst effektive Arbeitsauslastung erreichen. Ob ein vor Jahren geschehener Suizid eines Kollegen eine Rolle spielt, ist unklar; darüber reden, geschweige denn Unterstützung annehmen, wollte und will niemand.

Lösung

Vorab zum Verständnis: Gespräche über den Suizid und dessen Hintergründe waren tabu.

Um überhaupt eine einigermaßen konstruktive Kommunikation wieder möglich zu machen, schulten wir die Mitarbeitenden (inkl. Führungskraft) über einen längeren Zeitraum im Umgang mit konflikthaften Situationen. Dadurch stieg die Empathie und Bereitschaft, sich auf emotionale Inhalte einzulassen. Befürchtungen, Ängste und Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit, Wut, etc. als "Motoren" für soziale Konflikte wurden thematisiert. Dadurch erfuhren die Teilnehmenden Entlastung und gingen gelöster miteinander um.

Die Abteilungsleitung stärkten wir durch Reflexion der jeweiligen sozialen Prozesse (Führungskräfte-Coaching). Dadurch handelte sie in ihrer Rolle wesentlich bewusster und zielorientierter.

Fazit

  • Wenn die eigentlichen Ursachen eines Konflikts (hier: Schuldgefühle) verschleiert bleiben, nutzen die besten Maßnahmen nichts.
  • In einem Arbeitsverhältnis darf es nicht die alleinige Sache der Betroffenen sein, Unterstützungsleistung anzunehmen oder abzulehnen.

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