Beziehungskultur in Seniorenheimen verbessern

Problemstellung

Der Vorstand eines großen Heimträgers möchte die Beziehungskultur in den von ihm betriebenen Seniorenheimen verbessern. Mitarbeitende sollen Probleme früher benennen und aktiver angehen. Insgesamt wird ein offenerer Umgang über alle Hierarchieebenen hinweg angestrebt. Der Vorstand verspricht sich von der Maßnahme einerseits eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit (= höhere Kundenorientierung) und andererseits einen nicht ohne weiteres kopierbaren Wettbewerbsvorteil zur Sicherung seiner Marktposition.

Wir werden beauftragt, ein Personalentwicklungskonzept vorzulegen und umzusetzen, das einen konstruktiveren Umgang mit Konflikten in der Organisation bewirkt. Der Projektzeitrahmen ist auf 5 Jahre festgelegt. Wir werden darauf hingewiesen, dass mit Widerständen gegen das Projekt – vornehmlich aus der mittleren Führungsebene – zu rechnen ist.

Lösung

Um einen konstruktiveren Umgang mit Konflikten zu erreichen und gleichzeitig die Widerstände möglichst gering zu halten,

  • werden Konflikttrainings als Wahlpflichtveranstaltungen angeboten: die Teilnahme an der Fortbildung ist verpflichtend; der Zeitpunkt (ob in diesem, nächstem oder übernächsten Jahr) kann frei gewählt werden.
  • dürfen anfangs nur Mitarbeitende und keine Führungskräfte an den Trainings teilnehmen. Das Konzept sieht vor, dass Mitarbeitende nach der Qualifizierungsmaßnahme ihre jeweilige Führungskraft von der Sinnhaftigkeit des Konflikttrainings überzeugt.
  • werden Konflikttrainings für Führungskräfte der nächsthöheren Ebene auf Nachfrage angeboten.

Mit Hilfe dieses Konzepts gelingt es, den Umgang mit Problemen und Konflikten systematisch "von unten nach oben" zu verändern. Der Fortschritt wird durch Befragungen und Interviews dokumentiert.

Fazit

  • Veränderungsprozesse "von unten nach oben" erzeugen viel weniger Widerstand als der umgekehrte Weg.
  • Die oberste Führung sollte sich darüber klar werden, was eine offenere Kommunikation für sie bedeutet.

Zurück